1. FSV Mainz 05: Ruhe bewahrt, Schlüsselspiel gewonnen

Der 43-Jährige erklärt, dass der Dreier gegen die Berliner allerdings extrem wichtig für die Stimmung rund um die Opel Arena gewesen sei. „Ein Sieg ist durch nichts zu ersetzen. Es geht jedem besser im Verein, wenn wir Spiele gewinnen“, berichtet Schröder, der bereits vor der Saison gewarnt hatte, dass es wie im Vorjahr auch die eine oder andere Durststrecke geben könne. Gleichzeitig hatte er aber auch betont, dass die Vereinsführung in diesen Phasen die Ruhe bewahren werde.

Schröder und seinen Mitstreitern ist es in der Sommerpause gelungen, das Gerüst des Kaders nahezu komplett beisammenzuhalten. Von den Stammspielern des Vorjahres hat sich lediglich Jean-Philippe Gbamin verabschiedet. Der Ivorer wurde für eine stattliche Summe, dem Vernehmen nach 25 Millionen Euro, an den FC Everton verkauft. Ein gutes Geschäft für die Mainzer, war der Mittelfeldmann doch drei Spielzeiten zuvor für gerade einmal ein Fünftel dieser Summe vom französischen Zweitligisten RC Lens verpflichtet worden.

Gbamin-Millionen in neue Kräfte investiert

Das eingenommene Geld investierten die Nullfünfer postwendend in ihren absoluten Wunschkandidaten Edimilson Fernandes. Der Schweizer Nationalspieler, zuletzt von West Ham United an den AC Florenz verliehen, stand bereits seit längerer Zeit auf Schröders Zettel, im dritten Anlauf hat es nun mit einem Transfer geklappt. Darüber hinaus verstärkte sich der FSV mit Innenverteidiger Jeremiah St. Juste von Feyenoord Rotterdam und dem jungen Franzosen Ronaël Pierre-Gabriel von der AS Monaco, der die rechte Defensivseite beackern soll.

Als Last-Minute-Verpflichtung wurde kurz vor Schließung der Transferliste zudem noch Adam Szalai (TSG 1899 Hoffenheim) präsentiert. Der Ungar soll den Ausfall von Jean-Philippe Mateta auffangen, der im Vorjahr mit 14 Treffern erfolgreichster Torschütze war. Der Franzose hatte sich im Juli einer Meniskusoperation unterziehen müssen. Prognostizierte Rückkehr ins Training: Mitte November.

Für mich war das 2:1 gegen Hertha BSC ein richtiges Schlüsselspiel für die kommenden Wochen.

Adam Szalai

Szalai ist in Mainz kein Unbekannter. Der Stürmer war 2013 nach drei überaus erfolgreichen Jahren im FSV-Trikot zum FC Schalke 04 gewechselt, anschließend lief er für die TSG 1899 Hoffenheim und zwischenzeitlich auf Leihbasis für Hannover 96 auf. „Ich musste nicht lange überlegen“, erklärte Szalai bei seiner offiziellen Vorstellung. Gleichzeitig betonte der Ungar aber auch: „Aber ich bin jetzt nicht wieder da, weil es damals so schön war, sondern weil Mainz 05 einen Spieler mit Qualitäten gebraucht hat, die hoffentlich ein bisschen was mit meinen zu tun haben.“ Dass seine Premiere im rot-weißen Trikot gleich mit einem Sieg endete, macht Szalai glücklich. „Für mich war das ein richtiges Schlüsselspiel für die kommenden Wochen“, sagt der 31-Jährige.

Nach Nackenschlag noch einmal zurückgekommen

Mainz-Trainer Sandro Schwarz bewertet die Partie gegen die Berliner aber nicht nur wegen der drei wichtigen Zähler positiv. „Es ist ein emotionaler Sieg, über den wir sehr glücklich sind“, sagt der Coach, dessen Mannschaft der Dreier in der Schlussphase fast entglitten wäre.

„Wir haben auf der Bank gelitten, die Hertha wurde immer dominanter“, berichtet Schwarz. Nach dem Ausgleich durch Berlins Marko Grujic in der 83. Minute bewiesen die Nullfünfer aber Moral und belohnten sich für ihr Engagement mit dem späten Siegtreffer von St. Juste. Schwarz: „Für unseren Entwicklungsprozess war die Erfahrung enorm wichtig, nach diesem Nackenschlag noch einmal so zurückzuschlagen.“

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